Chronik

Geschichte der SV OG Bamenohl e.V.

– gegründet 1974 –

 erstellt von Svenja Brodowski

Anfang Juni 1974 trafen sich einige Freunde wie schon so oft im Gasthaus Cordes, um sich bei gemütlicher Runde zu unterhalten und Erfahrungen auszutauschen. An diesem Abend jedoch wurde die Liebe zu ihren Hunden und deren Erziehung zum Mittelpunkt des Gesprächsthemas. Eine Idee entstand, und so wurde der Plan ausgearbeitet, einen Hundeverein zu gründen. Selbst die Vorstandsposten wurden sofort verteilt:

 1. Vorsitzender: Friedrich Kreis

Schriftwartin: Leila Cordes

Übungswart: Günter Hammerschmidt

Kassenwart: Willi Junghans

 Peter Melchers aus Finnentrop, der an diesem Abend ebenfalls in der Runde saß, wurde erstes Mitglied des „Vereins“.

Vier Wochen später, also am 4. Juli 1974 erhielt der „Schäferhundeverein der Ortsgruppe Bamenohl“ die offizielle Urkunde, welche die Gründung des Vereins bestätigte. So wurde die OG Bamenohl eine weitere von mittlerweile 2900 Ortsgruppen in Deutschland.

Nun musste jedoch noch ein Gelände gefunden werden! Und dieses sollte der Kreuzberg in Bamenohl sein. Ein notdürftiger Unterstand diente als „Vereinsheim“, die Wiese als Übungsplatz. Die engagierten Gründer des Vereins warben für weitere Mitglieder und begannen mit ihren Schäferhunden zu üben. Anfangs das Sitz, Platz und Fuß, sowie das Winkellaufen und die Schrittwechsel (die Unterordnung). Später kam dann das Voraus, das Apportieren von Hölzern und das Springen über verschiedene Hindernisse sowie die Anfänge des Schutzdienstes hinzu.

Doch das Glück währte nicht lang. Die Anwohner der Umgebung beschwerten sich über das häufige Hundegebell und so musste sich der noch kleine Verein eine neue Bleibe suchen. Von der Firma Metten konnte ihnen 1976 ein Gelände hinter den Bahngleisen in Finnentrop zur Verfügung gestellt werden: die „Mettenwiese“.

Hier schafften sich die Mitglieder ein etwas komfortableres Ambiente, als auf dem Kreuzberg. Auch die ebene Wiese konnte man als „Übungsplatz“ bezeichnen. Hier konnten die Hundeführer üben, so dass nicht nur die Unterordnung, sondern auch der Schutzdienst weiter ausgebaut werden konnte.

Für letzteres wurden Verstecke errichtet, die der Hund absuchen musste, um den Helfer, der einen Schutzanzug trug, zu finden und zu stellen. Einige Möglichkeiten erlaubten es dem Hund, den „flüchtenden Täter“ aufzuhalten, in dem er in den Schutzärmel packte.

Dies wurde also auf der „Mettenwiese“ und  in den folgenden Jahren auch auf anderen Plätzen trainiert. Die Leistungen, die Hund und Hundeführer erbrachten, wurden dann durch verschiedene Leistungsrichter im Rahmen einer Prüfung getestet. Meistens waren zwei bis drei Wettbewerbe pro Jahr anberaumt, die die OG Bamenohl selbst ausrichtete. Auch nahmen die Mitglieder an Prüfungen der näher gelegenen Ortsgruppen teil und stellten ihr Können unter Beweis.

So wurden viele Prüfungen auf dem Gelände in Finnentrop abgehalten, die Mitgliederzahl wuchs und der Verein begann zu leben.

1981 bekam Peter Melchers (mittlerweile 1. Vorsitzender des Vereins) ein unangenehmes Schreiben. Der Besitzer der Mettenwiese beanspruchte das Gelände für sich, um dort eine Tennishalle zu errichten. So musste sich der Verein abermals ein neues Heim suchen.

Das Ergebnis der Suche war die „alte Müllkippe“ zwischen Müllen und Frettermühle. Hier waren die Mitglieder besonders fleißig. Das Gelände wurde begradigt und Rasensamen gestreut und nach und nach entstand ein nahezu perfekter Übungsplatz, ein sehenswertes Vereinsheim sowie Boxen für die Vierbeiner. Hier wurden nun weitere Schutzhund-, Begleithund- und auch Fährtenhundprüfungen abgelegt, sowie Weihnachtsfeiern und sonstige Feierlichkeiten veranstaltet.

 Im Sommer 1991 lud die SPD die Kinder aus ihrer Partnergemeinde Helbra (ehemalige DDR) zu einem Besuch ein. 17 Kinder meldeten sich zu dieser ‚Ferienfreizeit’ an, so dass sie hier im Sauerland einige unbeschwerte Tage genießen konnten. Die OG Bamenohl stellte ihr Gelände zur Verfügung und organisierte zusammen mit der AWO ein Fest. Bei Darbietungen von Hundedressuren, beim Spielen im AWO-Mobil oder beim gemeinsamen Grillen kam keine Langeweile auf.

 Der Verein schien also eine Zukunft im Frettertal zu haben. Doch auch hier irrte sich die mittlerweile recht groß gewordene Mitgliederzahl.

Peter Melchers, seit 1980 erster Vorsitzende des Vereins, erhielt ein Schreiben von der Verwaltung, dass der Platz nicht mehr sicher sei, da die sich hinter dem Vereinsheim befindliche Böschung abzurutschen drohte.

Ein zweijähriger Kampf zwischen dem Verein und den Behörden begann.

Mit dem Grafen von Plettenberg konnte letztendlich ein Vertrag ausgearbeitet werden, da er bereit war, dem Verein das Gelände bei Lenhausen „hinterm alten Bahndamm“ für 30 Jahre sicher zu verpachten.

 Auf diesem Fleckchen Erde fühlten sich die Mitglieder sofort wohl. Mit viel Fleiß und Mühe errichteten sie ein schönes 120 m2 großes Vereinsheim sowie zwei Übungsplätze.

1997 konnte das 4. und vorerst letzte Vereinsgelände der Ortsgruppe Bamenohl eingeweiht werden. Hierzu veranstaltete die OG am 17. August einen Eröffnungspokalkampf auf dem neuen Schutzhunde-Übungsplatz.

Im Sommer 1998 fand dann das erste Sommerfest auf der Anlage bei  Lenhausen statt. Als Schirmherr übergab Bürgermeister Dietmar Heß dem Verein ein Präsent im Namen der Gemeinde und lobte den tadellosen Einsatz der Helfer am Bau sowie das wunderbare Ergebnis der vielen Arbeit!

Mit dem Tambourcorps Weringhausen, dem Vdk und vielen anderen Teilnehmern wurde ein schönes Fest gefeiert, welches für viele unvergesslich war. Als kleine ‘Showeinlage‘ zeigten vier Hundeführer mit ihren Vierbeinern, was sie in den ersten Stunden im Agility gelernt hatten.

Die Hunde wurden in einer vorgegebenen Reihenfolge über Hürden, Steg, Wippe und durch Tunnel, Slalom und Reifen geführt, während Herrchen oder Frauchen nebenher liefen und die entsprechenden Kommandos gaben. Nicht ganz einfach, da es dabei nicht nur um möglichst wenig Fehler ging, sondern es auch auf die Zeit ankam und alle einen guten Lauf zeigen wollten.

Diese Sportart war recht neu in der Geschichte des SV und so gab es viele Interessenten, die durch die Kombination von Spiel und Gehorsam ihrem Hund etwas bieten wollten. Es wurde fleißig trainiert, so dass die ersten Teams auf Turnieren und Wettbewerben starten und gute Plätze und Pokale sammeln konnten

Doch nicht nur Interessenten für Agility und Schutzdienst besuchten das Vereinsgelände. Im Laufe der Zeit entwickelten sich zwei weitere Bereiche, in denen Hunde arbeiteten und die Hundeführer ihr Wissen über die Vierbeiner erweitern konnten. Zum Einen war dies die Welpen- und Junghundschule, die erfolgreich angenommen wurde und sich in der Umgebung herumsprach.

Hier kamen Welpen ab acht Wochen zum „Hundekindergarten“, um mit ihresgleichen zu spielen, erste wichtige Kontakte zu knüpfen und die Anfänge ihrer Erziehung zu erleben. Wurden die Welpen dann ca. ein halbes Jahr alt, konnten sie in die Junghundschule wechseln. Auch hier fanden sie Hunde gleichen Alters, die in der Gruppe ihr Sozialverhalten ausbauten und in Zusammenarbeit mit ihren Besitzern erste Schritte der Unterordnung lernten.

Mit Spielgeräten konnte das Angebot für Welpen und Junghunde noch ausgebaut werden und ist für ‚Neulinge’ auch heute noch sehr attraktiv.

Der andere Bereich war das Rettungshundewesen, welches von Bernd und Gabi Matthies ins Leben gerufen wurde.

Mit anfangs sieben Teilnehmern wurde das Gehen über ein Brett auf Regenfässern und Wippen, das Springen über Hürden und die Steilwand sowie das ‚Verbellen‘ von versteckten (vermissten) Personen geübt. Sonntags ging es in die Fährte, bei der die Hunde die gelegte Spur des Hundeführers absuchen und Gegenstände finden mussten.

Ein Jahr lang wurde trainiert, um den anfangs etwas skeptischen Mitgliedern den Erfolg der Rettungshunde zu beweisen. Am 13. September 2003 fand die erste Rettungshunde Eignungsprüfung auf dem Gelände der Ortsgruppe Bamenohl statt. Sechs Teilnehmer zeigten ihr Können und wurden mit viel Lob, zufriedenen Hunden und schönen Pokalen belohnt.  Doch damit nicht genug! Zur nächsten Übungsstunde wurde direkt fleißig weitergeübt denn im nächsten Jahr wollen die Rettungshunde ihre zweite Prüfung ablegen und auch da erfolgreich abschneiden.

 Im Laufe der letzten sieben Jahre, in denen der Verein bei Lenhausen agierte, wurden viele Prüfungen, Turniere, Wettbewerbe, Geburtstage, Weihnachtsfeiern und sogar ein Bundesjugendzeltlager des SV für Agility veranstaltet.

Mittlerweile ist der Verein auf über 80 Mitglieder angewachsen und profitiert von dem vielfältigen Angebot der Arbeitsbereiche, bei dem für jeden Hund etwas dabei ist.

Am 4. Juli 2004 kann die Ortsgruppe Bamenohl auf 30 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken, die oft sehr turbulent und von Krisen durchzogen war. Letztendlich aber hat der Verein Bestand bewiesen und durch Ausdauer und Fleiß ein Gelände erhalten, auf dem die Mitglieder noch lange trainieren können.

Quellenverweis:

Urkunde/Zertifikat der Gründung,

Chronik der Ortsgruppe Bamenohl,